Zur See
Familie Sander bewohnt das schönste Haus auf der Nordseeinsel. Ein Kapitänshaus mit Reetdach und einem Zaun aus Walknochen. 300 Jahre lang fuhren die Männer zur See, doch das ist jetzt vorbei.
Dörte Hansen beschreibt in ihrem neuen Roman das Leben auf den Nordseeinseln durch den Tourismus und die veränderte Situation der Fischer und ihrer Familien. Hat man anfangs die Gäste noch mit offenen Armen empfangen, so zeigen sich jetzt auch die Probleme die mit den vielen Touristen auf die Inselbewohner zugekommen sind. Die Inselbewohner können sich das Leben auf ihrer Insel nicht mehr leisten. Wird ein Haus verkauft, so erwirbt es in der Regel kein Einheimischer.
Auch Hanne Sander hat in der Anfangszeit die Kinderzimmer für die Touristen geräumt. Im Sommer mussten die 3 Kinder in die Abstellkammer umziehen und sich ansonsten möglichst unsichtbar machen. Das ist jetzt vorbei. Hanne vermietet nicht mehr und die Kinder sind schon lange erwachsen und nicht alle sind zufrieden mit dem Leben auf der Insel.
Auch der dritte Roman von Dörte Hansen hat mich begeistert. Sie trifft wieder einmal genau den richtigen Ton und lässt ihre Protagonisten lebendig werden, man glaubt die Personen schon einmal getroffen zu haben. Und die Sehnsucht nach dem Meer und den Inseln können wir Norddeutsche wohl auch bestens nachempfinden.

